Schnell entscheiden

Grenzen setzen

Heute möchte ich einmal davon sprechen, wie man mit gut gesetzten Grenzen einen sonst viel zu langwierigen Entscheidungsvorgang verkürzen kann. Genau wie beim Schach, wo eine Uhr läuft um die Zeit der Züge zu kontrollieren, können wir verschiedene Methoden verwenden, um unsere Entscheidungen schneller zu fällen. Ich hatte große Probleme wenn es darum ging, spontan zu entscheiden. Ich wollte immer alle Für Und Wider abwägen und eine gute Entscheidung aufgrund von vielen Fakten treffen. Aber es gibt Situationen im Leben, in denen man nicht die notwendige Zeit hat um alles in Betracht zu ziehen. Und man muss natürlich auch die Mitmenschen berücksichtigen. Niemand wartet gerne und regelmäßig stundenlang, bis du endlich eine Entscheidung getroffen hast. Hier einige meiner Tipps um den Entscheidungsvorgang zu beschleunigen:

  • Stoppuhr
  • Maximal 3 Pros und Kons
  • Dem Zufall vertrauen
  • Andere Personen entscheiden lassen

Der erste Punkt ist relativ einfach zu erklären und zu befolgen. Wenn ich alleine bin, und eine schnelle Entscheidung treffen muss, setze ich eine Zeit fest, die ich mir gebe um die Entscheidung zu treffen, zum Beispiel drei Minuten. Diese Zeit gebe ich in meine Stoppuhr ein und egal wo ich gerade bin mit meinen Gedanken, nach Ablauf der Zeit muss die Entscheidung gefällt sein. Da viele meiner Bekannten nicht unbedingt mitbekommen müssen, dass es mir schwerfällt Entscheidungen zu treffen, habe ich auch eine Variante für soziale Situationen. Wenn es darum geht eine Entscheidung zu treffen (zum Beispiel welchen Kinofilm wir uns anschauen oder wo wir essen gehen) verschwinde ich kurz aufs Bad und gebe mir genau diese Zeit um meine Entscheidung festzulegen. So sieht mich keiner zaudern und wenn ich vom Bad zurückkomme, kann ich meine Wahl ohne Probleme verkünden.

Dem Zufall vertrauen

Dem Zufall vertrauen

Wenn ich mehr Zeit habe oder nicht in Gesellschaft bin nutze ich auch andere Mechanismen, wie zum Beispiel die Begrenzung der Entscheidungsliste auf maximal drei Punkte dafür oder dagegen. Um bestimmten Entscheidungen die Wichtigkeit zu nehmen habe ich auch schon probiert, diese dem Zufall zu überlassen. Egal ob mit einer Münze oder einem Würfel, oft merkt man dass es gar nicht so wichtig war, welches Ergebnis letztendlich gewählt wurde. Bei guten Freunden lasse ich mich auch gerne leiten, ich überlasse die Entscheidung anderen und lasse mich vom Ergebnis überraschen. Probiert dieses Festsetzen von Grenzen mal aus, nicht unbedingt bei den wichtigen Entscheidungen, sondern bei etwas Alltäglichem. Ihr werdet sehen wie sehr diese einfachen Mittel helfen können.

Parti-pris – Sag Ja!

Sicher fragen sich viele Besucher dieser Webseite, warum ich ihr ausgerechnet diesen Namen gegeben habe. Zugegeben, Parti-pris ist nicht gerade der geläufigste Ausdruck im Deutschen, aber für mich hat er eine ganz besondere Bedeutung und war deshalb auch die erste und einzige Wahl als es darum ging, ein Blog über Entscheidungshilfen zu erstellen. Die Basis des Begriffs Parti-pris liegt in der Französischen Sprache und konkreter im Ausdruck „prendre parti”, was man wörtlich mit “mitmachen” übersetzen kann, aber eigentlich ein fester Ausdruck dafür ist, eine Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung bezieht sich dabei auf eine “große Idee”, ein Grundkonzept auf dem etwas aufgebaut wird, und welche der Grundstein für alle folgenden Entscheidungen und Entwicklungen sein wird.

 

Parti-pris

Parti-pris

Meine persönliche Beziehung zu diesem Ausdruck ist ein Praktikum, welches ich nach meinem Studium über sechs Monate in Paris bei einer namhaften Firma durchführte. Es war nicht einfach damals, mich an die neue Arbeitsumgebung und die ungewohnte Sprache zu gewöhnen und jedes Mal, wenn ich von Kollegen oder Chefs um meine Meinung gebeten wurde, war ich überaus vorsichtig aus Angst, in ein Fettnäpfchen zu treten, etwas Falsches zu sagen oder ganz einfach zu schlecht Französisch zu sprechen. Das zog sich ungefähr zwei Monate lang hin und ehrlich gesagt war das Praktikum in dieser Zeit mehr Kaffeekochen als Lernen. Aber an nur einem Nachmittag ändert sich dies von Grund auf.

Bei einer Mittagspause mit einer Kollegin und Freundin sprach mir diese ernsthaft ins Gewissen und gab mir die Empfehlung, mein Verhalten auf der Arbeit zu ändern. „Parti-pris, triff klare Entscheidungen“ sagte sie zu mir und erklärte, dass es absolut kontraproduktiv ist, wenn man keine eigene klare Meinung vertritt. Es wäre wesentlich verständlicher, Fehler zu machen oder auch mal falsch zu entscheiden, als immer unentschlossen und zweifelnd zu sein. Sie riet mir, von nun an stets eine klare Meinung zu vertreten, deutliche Entscheidungen zu treffen und diese auch zu verteidigen. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dieser Rat mein Leben verändert hat.

Schon in den ersten Tagen nach unserem Gespräch vollzog mein Antwortverhalten eine 180 Grad Wende und mein Ansehen in der Firma, sowie der Respekt, den mir die Kollegen plötzlich entgegen brachten, wuchs enorm. Nach sechs Monaten Praktikum wurde mir eine feste Stelle angeboten weil ich „unglaublich entscheidungsfreudig und konsequent“ sei. Seitdem ist Parti-pris mein Lebensmotto und mit vielen Artikeln werde ich euch in Zukunft dabei helfen, ebenfalls leichter und klarer Entscheidungen zu treffen.